Fanprojekt / Arbeit

Heute engt die fast ausschließliche Orientierung von Profivereinen an wirtschaftlichen Interessen den Handlungsspielraum der Fans ein. Sie sollen zwar noch für Stimmung im Stadion sorgen, jedoch nur in einem Rahmen, der den reibungslosen Ablauf des Profigeschäftes nicht stört. Neben der kritischen Auseinandersetzung mit externen Einflussgrößen, werden sehr genau die Entwicklungen innerhalb der Fanszene reflektiert und versucht, negativen Entwicklungen (z.B. Zunahme rechtsorientierter Verhaltens- und Denkweisen) mit adäquaten Maßnahmen entgegenzuwirken.

  • Förderung der positiven Elemente der Fußballkultur
  • Abbau extremer Orientierungen (Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus, Homophobie)
  • Eindämmung von Gewalt durch präventive Maßnahmen, z.B. Hinführung zu gewaltfreier Konfliktlösung
  • Unterstützung von Selbstregulierungsmaßnahmen innerhalb der Fanszene
  • Unterstützung Jugendlicher bei der Entwicklung ihrer positiven Identität
  • Rückbindung jugendlicher Fußballfans an den Verein
    Andere gesellschaftliche Institutionen auf die Bedürfnisse jugendlicher Fußballfans aufmerksam machen und zu mehr Engagement im Bereich der Jugendarbeit bewegen.
  • Aufsuchen fantypischer Treffpunkte (einschlägige Kneipen und Plätze, Konzerte und Sportveranstaltungen)
  • Bereitstellung eines zentralen Treffpunktes im Stadion, am Fancontainer und hinter dem Fanblock
  • Kritische Beobachtung der sich rasend ausweitenden "virtuellen" Fanszene (Internet, Mailinglisten, Newsletter)
  • Anwesenheit im Stadion bei allen Spielen von Hannover 96
  • Begleitung aller Auswärtsspiele von Hannover 96
  • Kooperation mit folgenden Institutionen:

Verein

Das Fanprojekt stellt dem Verein seine Sachkenntnis über die Fanszene zur Verfügung. Verschiedene Aktionen werden in Zusammenarbeit mit dem Verein organisiert und durch den Verein unterstützt. Durch diese Aktionen soll die Distanz des Vereins und seiner Spieler zu den Fans verringert werden. Das Fanprojekt nimmt regelmäßig an den Sicherheitsbesprechungen des Vereins teil.

Polizei, Bundesgrenzschutz und Ordnungsdienst

Mit der Polizei, BGS und dem Ordnungsdienst wird ein kontinuierlicher und ein reflektierend kritischer Dialog geführt. Es geht dabei hauptsächlich um die Berücksichtigung von Fanverhalten bei Einsätzen von Polizei und Ordnungskräften, Polizeieinsätze sollen überflüssig werden. Das Verhalten der polizeilichen Einsatzkräfte wird gegebenenfalls ebenso hinterfragt.

Schulen und Jugendeinrichtungen

Schulen und Jugendeinrichtungen haben einen Informationsbedarf über die Fanszene von Hannover 96 und die Arbeit des Fanprojektes. Es besteht das Angebot von Infoveranstaltungen. Wir besuchen Schulen bei Projektwochen, lassen Gruppen von Jugendeinrichtungen unsere Arbeit begleiten und gestalten und führen Informationsveranstaltungen zu den Themen Gewalt- und Alkoholprävention durch.

Universität Hannover/Institut für Sportwissenschaften

Das Fanprojekt Hannover wird seit Bestehen wissenschaftlich begleitet. Wir stehen Studentinnen und Studenten bei Examensarbeiten oder Hausarbeiten zur Verfügung.

Gremien, Ausschüsse und Arbeitsgemeinschaften

Das Fanprojekt ist in verschiedenen jugendpolitischen Institutionen vertreten, um dort seine Sachkenntnis und Erfahrung einzubringen. Der im NKSS (Nationales Konzept für Sport und Sicherheit) geforderte "Örtliche Ausschuss für Sport und Sicherheit", in dem alle Institutionen vertreten sind, die mit den Heimspielen von Hannover 96 zu tun haben, ist in praktischer Hinsicht der wichtigste. Dort werden alle für die Heimspiele relevanten Fragen diskutiert. Die Fanprojekte sind in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) zusammengeschlossen, um auch überregional mit relevanten Ansprechpartnern (z.B. DFB) zu kooperieren. Weiterhin ist das Fanprojekt Mitglied der IdAG BrUF (Interdisziplinäre Arbeitsgruppe zur Bekämpfung rechter Umtriebe im Fußballbereich).

Als Anlage gibt es hier noch das Konzept für das Fußball-Fanprojekt-Hannover